Gaming ist ein Megatrend, der den Schulunterricht der Zukunft
maßgeblich prägen wird. Bildungspolitiker in ganz Europa,
Lehrer und Schüler stehen vor neuen Chancen - aber auch neuen Herausforderungen.
Ab dem Herbst 2011 wird in Österreich das Physikspiel
„Ludwig“ erstmals im Unterricht für 11- bis
14-Jährige eingesetzt werden. Hinter dem ehrgeizigen Projekt
steht das Wiener Unternehmen ovos - einer der führenden
Entwickler für spielerische Wissensvermittlung im
deutschsprachigen Raum.
Was bedeutet es für die Unterrichtspraxis, wenn
Schüler über höhere Medienkompetenz verfügen als
ihre Lehrer? Welche sozialen und kognitiven Fähigkeiten werden
verstärkt und welche könnten auf der Strecke bleiben? Und
welche Rolle nimmt die deutsche Bildungspolitik anbetrachts einer
Gaming-Industrie ein, die das Klassenzimmer des 21. Jahrhunderts
als einen Zukunftsmarkt betrachtet.
Mit einer hochkarätigen Expertendiskussion möchte ovos
diese unterschiedlichen Perspektiven von Game Based Learning beleuchten.
Moderation:
Nicolas de Abreu Pereira
hat an der Freien Universität Berlin Englisch und
Kunstgeschichte studiert und arbeitet seit seinem Abschluss 1999 in
internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten rund um die
interaktive Nutzung von Medien und Kommunikationstechnologien. Sowohl
beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk Berlin-Brandenburg als auch
an der TU Berlin gehörte die multimediale Vermittlung von Wissen
und Bildung zu seinen Hauptinteressen. Neben den technischen
Möglichkeiten und Beschränkungen multimedialer
Wissensvermittlung standen Nutzerbedürfnisse und die Realisierung
nutzbarer und nützlicher Anwendungsszenarien immer im Mittelpunkt
seines Interesses. Durch die Teilnahme an dieser Veranstaltung
möchte er gerne zu einer inspirierenden Diskussion über die
Integration interaktiver, multimedialer Wissensvermittlung in den
Bildungsalltag beitragen.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit BASE_camp statt.
Prof. Dr. Linda Breitlauch
studierte zuerst Betriebswirtschaftslehre, bevor sie an der
Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam ein Studium der
Film- und Fernsehdramaturgie absolvierte. 2008 promovierte sie an der
Humboldt Universität / HFF (Studiengang Audiovisuelle Medien)
über Dramaturgie in Computerspielen. Neben Projektmanagement im
Export und Verlagswesen führte sie als Creative Producer u. a.
verschiedene Filmprojekte durch, verfasste Drehbücher,
Spielkonzepte sowie wissenschaftliche und fachjournalistische
Beiträge. 2007 wurde sie zu Europas erster Professorin für
Gamedesign an die Mediadesign Hochschule für Design und
Informatik in Düsseldorf berufen. Sie ist Mitglied in
verschiedenen Jurys - u.a. dem Deutschen Computerspielpreis, dem
redodot award und dem Deutschen Entwicklerpreis - und Berater in den
Bereichen Mediendidaktik und Storytelling. Ihre
Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Interactive Storytelling,
Dramaturgie und Serious Games.
Prof. Carl Frech
studierte visuelle Kommunikation an der Universität der
Künste in Berlin. Anschließend war er elf Jahre bei der
MetaDesign AG tätig und im Rahmen seiner Vorstandstätigkeit
maßgeblich am Unternehmensaufbau des Unternehmens
beteiligt. Seine direkte Verantwortung umfasste die Bereiche
Informationsdesign, Interfacedesign, Markenentwicklung und
strategische Kommunikation, Softwareentwicklung, Implementierung,
Industrial Design, Online-Strategie und mobile Technologien. Er ist
heute Partner und Aufsichtsratsvorsitzender bei der Fuenfwerken
Design AG, Mitgründer und Partner der Intuity Media Lab
GmbH, sowie Initiator und Vorstand der NEXT AT eG - ein
projektorientierter Leistungs-verbund von Unternehmen aus den
Bereichen Design, Kommunikation und Medien. Als Berater ist er
für die Industrie und für Unternehmen der Branchen Design,
Kommunikation und Medientechnologie tätig. Seit Oktober 2005
unterrichtet Carl Frech als Professor an der Hochschule für
angewandte Wissenschaften in Würzburg.
Tobias Hübner
studierte Germanistik, Katholische Religionslehre und
Medienpädagogik in Münster. Er absolvierte sein
Referendariat in Regensburg und arbeitet seit 2008 am St.-
Georg-Gymnasium in Bocholt, NRW. Der Schwerpunkt seiner Publikationen,
die er u. a. für den Oldenbourg Verlag, den Verlag an der Ruhr,
Lehrer-Online oder die SCHAU-HIN!-Initiative von ARD und ZDF verfasst
hat, liegt in der Arbeit mit Neuen Medien in der Schule. 2004 startete
er die Internetseite medienistik.de mit vielen kostenlosen
Unterrichtsmaterialien sowie Essays zur Mediendidaktik und
Medienkritik. Der Autor hält darüber hinaus im
internationalen Raum medienpädagogische und
medienwissenschaftliche Vorträge und engagiert sich für die
Reform des deutschen Bildungssystems im Archiv-der-Zukunft-Netzwerk.
Jörg Hofstätter
studierte Architektur bei Zaha Hadid an der Hochschule für
Angewandte Kunst in Wien.
2004 gründete er ovos, eine
Onlineagentur mit Schwerpunkt Branded Entertainment und Serious Games.
Bei ovos ist er als Geschäftsführer verantwortlich für
Strategie, Kommunikation und Vertrieb. Derzeit unterrichtet er
Digital Strategies an der Kunstuniversität Linz und der
Technischen Universität Wien. Auf seiner Twitterbio steht:
Founder ovos, digital Architect, Edupreneur, Chocoholic, Dad.
Dirk Poerschke
ist seit 1996 im LVR - Zentrum für Medien und Bildung in
Düsseldorf als Medienpädagoge angestellt. Seine Schwerpunkte
liegen in der Fortbildung im Medienbereich von LehrerInnen und in
der medienpraktischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Er ist
Medienreferent für die Landesanstalt für Medien in Nordrhein
Westfalen bei Fortbildungen für Eltern. Dabei sind
Computerspiele, frühkindliche Mediennutzung, digitale soziale
Netzwerke und Jugendschutz die Themenschwerpunkte. Gemeinsam mit dem
Computerprojekt Köln leitet er für die Landeshauptstadt
Düsseldorf Spieletester-Gruppen, in denen Computerspiele
gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen getestet und
pädagogisch beurteilt werden. Er ist Sprecher der Fachgruppe
Games der Gesellschaft für Medienpädagogik und
Kommunikationskultur in der Bundesrepublik Deutschland e.V. und
Mitglied im Prüfgremium Games Wertvoll des Bundesverband des
Spielwaren-Einzelhandels e.V. (BVS)