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Mit der richtigen Strategie die Betten füllen
Fachsymposium der "eTourism Foundation" im
Kleinwalsertal: Zimmervermittlung, Online-Plattformen, Facebook
& Co: Die richtige Kombination bringt den Erfolg im Tourismus.
Das Vorarlberger Kleinwalsertal war am 6. Mai bereits zum
sechsten Mal Schauplatz für innovative Strategien und
Erfahrungen in der Tourismusbranche. 80 interessierte Touristiker
setzten sich mit der Frage "Betten füllen: Mission
Impossible?" auseinander – und erfuhren, welche Modelle
Zukunft im Tourismus haben. Der "eTourism Foundation Dialog
2010" beschäftigte sich mit grundsätzlichen Fragen im
Themenkomplex Marketing, Pricing und Vertrieb. Der
gemeinnützige Verein "eTourism Foundation" mit Obmann
Alexander Fritsch haben sich als Veranstalter zum Ziel gesetzt, den
elektronischen Tourismus im Alpenraum zu professionalisieren und
laden dazu jährlich zum Gedankenaustausch.
Ist die Zimmervermittlung am Ende?
"Die Tourist-Information wird als aktiver Vermittler von
Ferienwohnungen und Hotels zukünftig keine zentrale Rolle mehr
spielen", prognostiziert Marco Behrends. Der
Geschäftsführer einer der führenden Agenturen
für touristische Online-Projekte fragte provokant: "Ist es
denn überhaupt die Aufgabe von Tourismusorganisationen, Hotels
und Ferienwohnungen zu vermitteln? Auf dem freien Markt gibt es
privatwirtschaftliche Alternativen, die das viel besser
können." Behrends führt dabei das Beispiel
Dänemark an: "Dort spielt die staatliche Zimmervermittlung
so gut wie keine Rolle. 90 % der Ferienwohnungen und -häuser
werden von privaten Unternehmen betreut und vermittelt."
Trotzdem zählen rund 70 % der im Rahmen einer Studie befragten
300 deutsche Touristiker die Zimmervermittlung zur Kernkompetenz
einer Tourismusorganisation. Nur ein Drittel der Befragten
könnte sich vorstellen, die Zimmervermittlung in private
Hände abzugeben. "Die Tourismusorganisation wird
zukünftig mehr als Informationsquelle für den Urlauber,
denn als Vermittler von Unterkünften fungieren. Das
Vermittlungsgeschäft wird dann hauptsächlich über
externe Plattformen wie Booking, HRS oder Expedia laufen",
fasst Behrends die Ergebnisse zusammen.
Online Reiseplattformen immer wichtiger
Online-Reiseplattformen nehmen im touristischen Markt
tatsächlich eine immer wichtigere Rolle ein: Der Anteil von
Buchungen über diese Kanäle hat sich von 2008 auf 2009
fast verdoppelt. Das zeigt auch eine aktuelle Untersuchung der
Hochschule Wallis. Professor Schegg, Leiter Tourism Management an
der Hochschule Wallis und Referent beim Symposium, ergänzt:
"Online-Reiseplattformen erwirtschaften mittlerweile fast 11 %
des Gesamtumsatzes. Im Schnitt nutzen die von uns befragten Hotels
fünf verschiedene Reiseplattformen, um ihre Übernachtungen
zu verkaufen." Einig waren sich die Experten in der Frage,
welche Rolle dabei die lokalen Tourismusorganisationen spielen
sollten: "Tourismus- und Destinationsorganisationen müssen
ihre Betriebe aktiv beraten und unterstützen. Denn am
professionellen Internetvertrieb führt kein Weg mehr
vorbei", fasst Schegg die Ergebnisse der Diskussion zusammen.
Facebook & Co.: Neue Gäste noch Mangelware
Das Internetportal "Facebook" wird bereits von
über 400 Millionen Menschen weltweit genutzt. Auch der
Tourismus hat diesen Marketing-Kanal für sich entdeckt. Viele
Tourismusorganisation und Hotels sind mit eigenen
"Fan"-Seiten zu finden. Mit aktuellen Informationen, Fotos
und Gewinnspielen wird versucht, möglichst viele Nutzer
für einen Urlaub zu begeistern. Der tatsächliche Erfolg
solcher Maßnahmen ist allerdings schwer zu kontrollieren.
"Man muss die Kommunikation über soziale Medien wie
Facebook oder Twitter vielleicht mehr als Stammgäste- und
Empfehlungs-Marketing sehen, denn als Möglichkeit zur Gewinnung
zusätzlicher Nachfrage", meint Experte Gregor Kreuzer von
der Servus Tourismuspartner GmbH. "Die Erwartungen im Tourismus
sind momentan vielfach zu hoch geschraubt und die Enttäuschung
dementsprechend vorprogrammiert."
„World Café“ ermöglichte intensiven
Austausch
Neben den Vorträgen von Experten wurde am Nachmittag ein
„World Café“ veranstaltet. In
Kaffeehaus-Atmosphäre entstand ein lebendiges Netzwerk von
Gesprächen: "Ich kann neue Ansätze für
Preisbildung und Vertriebsmöglichkeiten mit nach Hause nehmen.
Der persönliche Austausch mit den Experten war sehr
spannend", schildert Birgit Dünser,
Geschäftsführerin von Bodensee-Vorarlberg Tourismus, ihre
Erfahrungen. Dünser: "Als Tourismusorganisation sehen wir
unsere Aufgabe darin, die Rahmenbedingungen für einen
erfolgreichen Tourismus in unserer Region zu schaffen."
Über eines waren sich die Tourismus-Experten im
Kleinwalsertal einig: Volle Betten kommen nicht von alleine.
Touristiker sind mehr denn je gefordert, mit einer klaren Strategie
und den richtigen Maßnahmen neue Gäste anzusprechen.
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