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Mit
dem ursprünglich als "Residenztheater"
bezeichneten Gebäude erhielt München im 18. Jahrhundert
sein zweites Opernhaus. Kurfürst Max III. Joseph beauftragte
1750 seinen Hofbaumeister Francois Cuvilliés den Älteren
mit dem Neubau und bereits drei Jahre später, am 12. Oktober
1753, wurde das prachtvollste deutsche Rokokotheater mit Ferrandinis
Opera seria Catone in Utica seiner Bestimmung
übergeben. Mit seiner Drehbühne und dem bei festlichen
Anlässen horizontal verstellbaren Parkett war das "Neue
Opera Gebäu" auch in technischer Hinsicht maßgeblich.
Ursprünglich war das "Neue Opernhaus an der
Kurfürstlichen Residenz" nur für den Hof bestimmt,
als jedoch das alte Opernhaus am Salvatorplatz geschlossen werden
mußte, widmete der Kurfürst das Cuvilliés-Theater
1797 zum Hof- und Nationaltheater um und machte es dem Volk für
deutsche Opern und Schauspiele zugänglich.
Beim Brand des Nationaltheaters 1817 nahm dann auch das
Cuvilliés-Theater Schaden, so daß 1823
eine Renovierung nötig wurde. König Ludwig I.
entschied sich 1831 für eine endgültige Schließung
des Theaters, ab 1834 wurde es als Kulissendepot für das
Nationaltheater verwendet. Auf Drängen des Intendanten Franz
von Dingelstedt wurde das Theater schließlich 1857 wieder eröffnet.
Erst zu Beginn des Jahres 1944 kam es zu einer neuerlichen
Schließung: die Gesamtausstattung wurde abgenommen und an zwei
verschiedenen Orten außerhalb der Stadt vor den
Fliegerangriffen während des Zweiten Weltkriegs in Sicherheit
gebracht. Am 18. März zerstörten Bomben das
äußerlich annähernd schmucklose Haus. Nach dem Krieg
entstand auf seinen Grundmauern das neue Residenztheater. Das alte
Theater Cuvilliés', das nie eine Fassade besessen hatte,
wurde 1957/58 im Apothekenstock der Residenz im ursprünglichen
Stil des Rokoko nach den Grundrissen aus der
Materialsammlung Ecole Bavaroise de
l´Architecture des jüngeren Cuvilliés rekonstruiert.
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